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Muss ein Mann standhaft sein und seine Sorgen für sich behalten?

Der Blogger Charlie Scaturro hat einen offenen Text über das moderne Männlichkeitsbild geschrieben. Der Autor denkt darüber nach, warum Männer stark erscheinen wollen und wohin das führen kann. Wir bieten Ihnen an, seine Gedanken zu lesen.

Ich erinnere mich an den Moment, als ich zum ersten Mal eine 100 Kilogramm schwere Langhantel hob. Für ernsthafte Gewichtheber und die meisten Profisportler ist das nicht viel, aber für mich war es ein Triumph. Dieses Gewicht bedeutete alles für mich, denn diese 100 Kilogramm schienen mir wie ein Symbol der Männlichkeit. Es war alles, weil Kraft in unserer Kultur oft als die begehrenswerteste Eigenschaft eines Mannes angesehen wird.

Ich gehe jetzt seit fast 10 Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio, und lange Zeit habe ich nicht darüber nachgedacht, warum ich das tue. Aber in dem Bemühen, mich selbst kennenzulernen, habe ich angefangen, über den wahren Grund nachzudenken. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht wegen der Gesundheit oder wegen nichts ins Fitnessstudio gehe. Ich gehe ins Fitnessstudio, weil es eine männliche Sache ist. Denn nach jahrelangem Training kann ich 50 Liegestütze und 25 Klimmzüge in einem Ansatz machen.

Ich weiß, dass mich das nicht stark macht oder mich in irgendeiner Weise als Person charakterisiert, ich versuche nicht zu prahlen oder jemanden zu beeindrucken. Es spielt keine Rolle, wie viele Klimmzüge ich mache oder wie viel Gewicht ich hebe. Der Punkt ist, dass wir auf diese Weise unsere Schwächen vor Außenstehenden und vor uns selbst verbergen. Das ist unsere Flucht vor der Realität.

Das ganze Problem liegt in kurzsichtigen und ignoranten Vorstellungen, als ob Angstzustände und Depressionen nicht typisch für einen echten Mann wären.

Es sind diese Stereotypen, die mich dazu bringen, ins Fitnessstudio zu gehen, um nach außen hin stark zu wirken, obwohl ich mich innerlich nicht so fühle.

Es fällt mir schwer, Männlichkeit in ein paar Sätzen zu beschreiben. Es ist viel einfacher, das zu benennen, was sie nicht ist. Depressionen, Angstzustände, Panikattacken, ein Gefühl der Sinnlosigkeit im Leben und der Wunsch, aufzugeben, sind nicht männlich.

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